Leonce und Lena

Die Hauptbeschäftigung des Prinzen Leonce vom Königreich Popo ist die Langeweile: Die Welt, sein Leben, seine Verpflichtungen, seine Geliebte – alles ödet ihn an. Ein wenig Zerstreuung findet er einzig in der Gesellschaft des Müßiggängers Valerio. Als Leonces Vater König Peter ihn verheiraten will, beschließt Leonce, gemeinsam mit Valerio außer Landes zu fliehen. Er will eine Frau nach seinem Idealbild finden: Gut aussehend und einfältig. Ohne dass die beiden davon wissen, macht sich jedoch auch Leonces zukünftige Braut, Prinzessin Lena des Königreiches Pipi, auf Anraten ihrer Gouvernante aus dem Staub. Denn Lena will lieber sterben, als einen Mann zu heiraten, den sie nicht kennt. Der Zufall veranlasst alle vier, am selben Wirtshaus Rast zu machen.

 

Als Leonce und Valerio abends angetrunken im Garten des Wirtshauses sitzen, stoßen Lena und die Gouvernante hinzu. Leonce und Lena verlieben sich sofort ineinander und treffen sich später in der Nacht gegen die Ratschläge ihrer Begleiter noch einmal im Freien wieder. Dort kommen sie einander mit poetischen Worten näher, doch als Leonce Lena umarmt und küsst, ergreift sie die Flucht. Valerio kann Leonce nur knapp davon abhalten, Selbstmord zu begehen. Daraufhin unterbreitet Leonce ihm sein Vorhaben, die vermeintliche Unbekannte zu heiraten. Valerio ersinnt einen Plan, wie dies mit König Peters Segen gelingen kann. Im Gegenzug erbittet er sich einen Ministerposten in Leonces zukünftiger Regierung.

 

Am Hochzeitstag betreten Valerio, Lena, Leonce und die Gouvernante maskiert das Schloss König Peters. Valerios List besteht darin, dass er sich und seine Begleiter als Gruppe von menschenähnlichen Automaten vorstellt: Lena und Leonce seien Automaten, die den Mechanismus der Liebe vorführten, und müssten zur Perfektion der Darbietung bloß noch verheiratet werden. König Peter beschließt daraufhin, die vermeintlich abwesenden Prinz und Prinzessin symbolisch in Form der ‚Automaten‘ zu vermählen. Als die Trauung vollzogen ist und die Vier ihre Masken lüften, erkennen auch Leonce und Lena, dass sie von Anfang an miteinander verlobt waren. König Peter übergibt seinem Sohn die Regierungsgeschäfte, Valerio wird Staatsminister und das junge Königspaar beschließt, das Reich nach seinen eigenen Fantasien umzugestalten.

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Autor

Georg Büchner

Karl Georg Büchner (geboren am 17. Oktober 1813 in Goddelau...

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