Hiob

Joseph Roth erzählt in seinem Roman „Hiob. Roman eines einfachen Mannes“ die Geschichte einer jüdischen Familie, die um 1900 herum in einem kleinen russischen Städtchen lebt und schließlich in Amerika ihr Glück versucht.

 

Der erste Teil des Romans handelt vom Leben der Familie in Zuchnow. Dort arbeitet Mendel, der Vater von vier Kindern, als Lehrer. Als Menuchim, sein vierter Sohn, geboren wird, stellt sich heraus, dass er behindert ist. Aus religiösen Gründen lehnt Mendel aber eine Behandlung in einem Krankenhaus ab, sodass die Familie ganz auf die Hilfe Gottes vertrauen muss und angewiesen ist. Ein Rabbi prophezeit der verzweifelten Mutter, dass ihr Sohn eines Tages wieder ganz gesund werden wird.

 

Als die beiden ältesten Söhne nach einigen Jahren zum Militärdienst einberufen werden, setzt ihre Mutter alles daran, wenigstens einen von ihnen davor zu bewahren. Durch den Einsatz ihrer gesamten Ersparnisse erreicht sie es, dass der zweitgeborene Sohn Schemarjah von einem Schleuser über die Grenze gebracht wird. Jonas, der Älteste, geht freiwillig zum Militär. Nach einigen Jahren überbringt ein Freund Schemarjahs, der sich nun Sam nennt, die Botschaft, dass er in Amerika Fuß fassen konnte und der Familie bald Schiffskarten für die Überfahrt schicken wird. Nachdem die Singers alle Papiere für die Einreise erhalten haben, fahren sie nach Amerika. Damit endet der erste Teil des Romans.

 

In New York werden sie von Sam empfangen und in das amerikanische Leben eingeführt. Die Familie lebt in einem jüdischen Stadtviertel in New York und profitiert vom Wohlstand Sams, der sich mit einem Warenhaus und als Immobilienverkäufer einen finanziellen Wohlstand aufbauen konnte. Als der 1. Weltkrieg ausbricht und auch die Vereinigten Staaten in den Krieg eintreten, meldet sich Sam zusammen mit seinem Freund Mac freiwillig zum Militärdienst. Als die Familie nach einiger Zeit die Nachricht erhält, dass Sam gefallen ist und Jonas sowie Menuchim verschollen sind, stirbt Deborah vor lauter Kummer. Kurze Zeit später wird auch Mirjam, die Tochter Mendels, verrückt und in eine Anstalt eingewiesen.

 

Mendel verzweifelt und bricht mit Gott. Freunde nehmen ihn bei sich auf, im Gegenzug hilft er ihnen dafür im Geschäft aus. Eines Tages aber erscheint plötzlich Menuchim, der ein berühmter Musiker geworden ist, und holt seinen Vater ab. Er berichtet ihm, dass er nach einem Brand plötzlich sprechen konnte und in einem Sanatorium vollständig geheilt wurde.  Seinem Vater verspricht er, sich um Mirjam zu kümmern, und erzählt ihm, dass Jonas einem Gerücht zufolge noch lebt. Mendel versöhnt sich daraufhin mit Gott und dem Leben und findet seinen inneren Frieden.

Teilen:FacebookTwitterGoogle+

Autor

Andere Zusammenfassung

Deine Meinung ist uns wichtig

*