Faust I

Der etablierte und anerkannte Wissenschaftler Heinrich Faust sucht trotz seiner höchst umfangreichen Bildung nach einer höheren Erkenntnis des Daseins. Rastlos studiert er sämtliche Wissenschaften, versucht sich in der Magie, um am Ende, immer noch unbefriedigt, vollkommen zu verzweifeln.

 

Dem Selbstmord nahe, verleitet ihn allein der tröstliche Klang der Osterglocken zu einem Spaziergang in die freie Natur, umgeben von dem lebensfrohen Treiben der Stadtbürger. Doch Faust kann sich nicht in das genussvolle Leben hineinstürzen.

 

Wieder vertieft er sich in seine Studien, als er plötzlich bemerkt, dass ihm ein schwarzer Pudel bis ins Studierzimmer gefolgt ist. Dieser gibt sich als der Teufel Mephistopheles zu erkennen, der Faust einen Pakt vorschlägt: Wenn Faust verspreche, ihm im Jenseits für immer zu dienen, werde er ihm auf Erden Glück in sinnlichen Genüssen verschaffen.

 

Faust willigt ein, wettet aber mit Mephistopheles, dass dieser es nicht schaffen werde, ihn auch nur für einen Moment glücklich zu machen. Doch weder die Lust des Trinkens in Auerbachs Keller noch die obszöne körperliche Lust, die Mephistopheles ihm bietet, stellt Faust zufrieden.

 

Erst, als er in der Hexenküche einen Verjüngungstrank erhält und in einem Zauberspiegel das Bild einer wunderschönen Frau entdeckt, ist seine Begierde geweckt. Zukünftig wird jede Frau in Faust das gleiche Verlangen entfachen. Als Faust auf das einfache Bürgermädchen Margarete trifft, erfüllt sich Mephistopheles‘ Prophezeiung. Mit Mephistopheles‘ Hilfe werden heimliche Treffen herbeigeführt, sodass Faust Margarete ganz für sich gewinnen kann.

 

Margarete erfüllt eine tiefe Liebe zu Faust, doch spürt sie auch, dass ihr unmoralischer Lebenswandel sie nun um ihre einstige Ruhe bringt. Immer mehr verstrickt sie sich in ein sündhaftes Leben. Um eine ungestörte Liebesnacht mit Faust verbringen zu können, verabreicht sie ihrer Mutter ein Schlafmittel, das diese unglücklicherweise tötet. Ihr Bruder Valentin wird in einem Handgemenge durch Fausts Hand getötet. Vor seinem Tod sagt er voraus, dass sie ein Kind von Faust erwarte, welches sie töten werde.

 

Margarete versucht, Erlösung in ihrer Gläubigkeit zu finden, doch sie wird mit ihren Sünden und der Verurteilung dafür durch die Gesellschaft und durch Gott konfrontiert. So wartet sie im Kerker auf ihre Verurteilung. Faust, der zwischen seinem lustvollen Verlangen und dem Bedürfnis, Margarete aufrichtig zu lieben, zerrissen ist, wird von Mephistopheles zu einer wilden Walpurgisnacht verführt. Als er hier die Vision von Margaretes Schicksal vor Augen hat, will er sie aus dem Kerker befreien. Margarete, in wirren Reden gefangen, berichtet Faust davon, dass sie ihr Kind getötet habe. Sie widersetzt sich dem Befreiungsversuch und nimmt die Strafe Gottes und des Gesetzes an.

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Autor

Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main gebo...

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