Die Welle

Geschichtslehrer Ben Ross ist im Unterricht gerade dabei, mit seinen Schülern das Dritte Reich zu behandeln. Nach der Vorführung eines Videos über den Holocaust herrscht in seiner Klasse großes Unverständnis darüber, wie sich eine Staatsmacht, wie das NS-Regime, etablieren konnte. Ebenso sind die Schüler verwundert, dass die Manipulation der deutschen Bevölkerung so einfach möglich war.

 

Die Jugendlichen sind sich sicher, dass eine derartige Beeinflussung kein zweites Mal denkbar sei. Auch Lehrer Ben Ross gerät ins Grübeln darüber, ob das Verhalten des Volkes in Nazi-Deutschland tatsächlich so unerklärlich und einzigartig war, und sucht in diversen Büchern nach befriedigenden Antworten, jedoch ohne Erfolg. Er beschließt, mit seiner Klasse ein Experiment durchzuführen, und gründet eine totalitäre Gemeinschaft: die Welle.

 

Die Welle funktioniert im Einzelnen nach drei festen Prinzipien: Macht durch Disziplin, Macht durch Gemeinschaft und Macht durch Handeln. Dementsprechend bauen die Schüler ein starkes Gemeinschaftsgefühl auf und agieren gegen jeden, der sich gegen die Welle stellt. Eine klare Hierarchie sowie ein gut funktionierendes Überwachungssystem werden geschaffen. Ebenso wird die Klasse jederzeit dazu angehalten, neue Mitglieder zu rekrutieren. Es gibt Mitgliedskarten, einen Leitspruch, einen speziellen Gruß und sogar einen Leibwächter für den Anführer Ben Ross. Entgegen dem nationalsozialistischen System, das sich der Lehrer zum „Vorbild“ genommen hat, verfolgt die von ihm initiierte Bewegung jedoch keine politischen Ziele.

 

Nach und nach nimmt das Experiment immer totalitärere Züge an. In dem Roman meldet sich nur eine aktive kritische Stimme gegen die Welle zu Wort: Laurie Sanders, die Chefredakteurin der Schülerzeitung. Die Bewegung wächst dennoch stetig und Ross ertappt seine Schützlinge dabei, dass sie blind funktionieren. Darüber hinaus wird die Mitgliedschaft in der Welle unhinterfragt zum regelrechten Zwang innerhalb der Schülerschaft.

 

Erst nachdem ein Jugendlicher angegriffen worden ist und Gewalt erfahren hat, beschließt der Geschichtslehrer, das Experiment Welle abzubrechen. Auf einer großen Versammlung präsentiert er den Mitgliedern ein Bild Adolf Hitlers und klagt sie an, dass sie alle gute Nazis gewesen seien. Unter den Jugendlichen machen sich eine große Ernüchterung und und ein tiefes Unbehagen breit. Fast alle sind bestürzt darüber, wie gut das Experiment funktioniert hat, und wollen es so schnell wie möglich vergessen.

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Autor

Morton Rhue

Der amerikanische Schriftsteller Morton Rhue wurde am 5. Mai 1950 in New York...

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