Die heilige Johanna der Schlachthöfe

Johanna Dark, Mitglied der Heilsarmee „Die Schwarzen Strohhüte“, will den verarmten Fleischfabrikarbeitern von Chicago das Wort Gottes nahebringen. Eine Welle von Fabrikschließungen veranlasst Johanna dazu, sich mit dem „Fleischkönig“ Pierpont Mauler auseinanderzusetzen, einem überzeugten Kapitalisten, der den Fleischmarkt heimlich im Hintergrund manipuliert, um die Preise nach oben zu treiben und sich zu bereichern. In ihrem vergeblichen Bemühen darum, Maulers menschliche Seite anzusprechen und die Arbeitsplätze zu sichern bzw. wiederherzustellen, macht Johanna aber alles nur noch schlimmer und verschafft Mauler ungewollt die Kontrolle über den gesamten Fleischmarkt.

 

Als Johanna davon erfährt, dass die Fabriken noch immer geschlossen sind, überwirft sie sich zuerst mit den Strohhüten, dann mit Mauler und beschließt, die arbeitslosen Armen vor den Fabriken direkt zu unterstützen. Während sich Johanna den Gewerkschaften als Botin zur Ankündigung eines Generalstreiks anbietet, der die Bevölkerung auf das Elend der Arbeitslosen aufmerksam machen soll, treiben Mauler und sein Makler Slift die Fleischpreise an der Viehbörse dermaßen zügellos in die Höhe, dass der gesamte Markt kollabiert. Gleichzeitig kommen Johanna Zweifel an dem Sinn ihres Botengangs und sie flieht von den Schlachthöfen, ohne den Brief mit der Streikankündigung überbracht zu haben. Bald darauf erfährt sie jedoch, dass sie durch ihre Unterlassung genau die militärische Gewalt gegen die Arbeiter heraufbeschworen hat, die sie eigentlich verhindern wollte.

 

Während sie, von tiefen Schuldgefühlen geplagt, umherirrt, verbünden sich die mittlerweile bankrotten Strohhüte mit dem ebenfalls ruinierten Mauler und den übrigen Fabrikanten: Ein Brief aus der New Yorker Wall Street bringt sie auf die Idee, den Handel einzuschränken, sodass weniger Arbeiter zu geringeren Löhnen als zuvor eingestellt werden können. Als Johanna dies Vorhaben zu Ohren kommt, bricht sie bewusstlos im Schneegestöber zusammen. Sie wird ins Haus der Strohhüte getragen, in dem beschlossen wird, sie zur Heiligen zu stilisieren. Johanna stirbt an einer Lungenentzündung und ihr letztes Aufbegehren geht im Lärm der sie umgebenden Kapitalisten unter.

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