Der zerbrochene Krug

Im Mittelpunkt von Kleists Lustspiel steht der Dorfrichter Adam, der in dem Stück die Rolle des gegen sich selbst ermittelnden Richters spielt. Die Meldung, dass gleich der Revisor Walter bei ihm eintreffen werde, um seine Amtsführung und die Kassen zu überprüfen, versetzt Adam allerdings in Panik. Zusätzliche Sorge bereitet ihm der Verlust seiner Perücke.

 

Frau Marthe Rull fordert Gerechtigkeit für den zerbrochenen Krug, der in der Kammer ihrer Tochter Eve zerstört wurde, wodurch auch das Ansehen Eves zu Schaden gekommen ist. Sie beschuldigt Eves Verlobten Ruprecht, die Tat begangen zu haben. Ruprecht wiederum beteuert seine Unschuld, seinerseits davon überzeugt, dass Eve ihn mit seinem Konkurrenten Leberecht betrogen habe.

 

Adam verstrickt sich in seinem Bemühen, den Verdacht von sich abzulenken. Aus Angst um ihren Verlobten, den angeblich nur ein Attest Adams vor dem Militärdienst in Ostindien bewahren kann, verschweigt Eve zwar den Namen des Schuldigen. Bis zum Schluss auf Vertuschung bedacht, schließt sich Adam der Vermutung der abergläubischen Nachbarin an und behauptet, bei dem Täter könne es sich nur um den Teufel handeln. Als er von dem Schreiber Licht jedoch durch das Aufsetzen seiner verlorenen Perücke, die die Nachbarin zufällig gefunden hat, eindeutig überführt wird, spricht er in einem grotesken Fehlurteil Ruprecht schuldig.

 

Eve bricht ihr Schweigen und benennt Adam als denjenigen, der den Krug zerschlagen hat. Nachdem Adam geflohen ist, vertraut Eve Walter die ganze Wahrheit an: Adam hatte sie mit dem Attest für Ruprecht erpresst und als Gegenleistung sexuelle Dienste von ihr eingefordert. Das Stück endet mit der Versöhnung der Liebenden und Walters Ankündigung, Adam nicht zu streng bestrafen zu wollen.

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Autor

Heinrich von Kleist

Der deutsche Schriftsteller Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist wurde im Oktobe...

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