Der Vorleser

Der Roman „Der Vorleser“ aus dem Jahr 1995, geschrieben von Bernhard Schlink, thematisiert einerseits die Liebesbeziehung zwischen der erwachsenen Frau Hanna Schmitz und dem Jungen Michael Berg und andererseits die Themen Schuld und Scham angesichts der Verbrechen an den Juden während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland.
Im ersten Teil des Buches wird die Liebesbeziehung zwischen dem Schüler Michael Berg und der Straßenbahnschaffnerin Hanna Schmitz geschildert. Sie lernen sich kennen, als der an Gelbsucht erkrankte Michael sich auf dem Rückweg von der Schule übergeben muss. Hanna findet ihn, säubert ihn und bringt ihn zurück zu seinen Eltern.
Wenige Tage später beginnen sie eine Affäre. Es wird zum Ritual, dass Michael Hanna vorliest, sie gemeinsam duschen und dann miteinander schlafen. Eines Tages ist Hanna nicht zu Hause. Michael findet heraus, dass Hanna ausgezogen ist und ihren Job gekündigt hat.
Im zweiten Teil begegnen sich Hanna und Michael vor Gericht. Er ist mittlerweile Student der Rechtswissenschaften. Für ein Seminar besucht er die Verhandlung. Es geht um ein Verbrechen von SS-Wärterinnen an einer Gruppe von jüdischen Frauen, die, eingesperrt in einer Kirche, während eines Bombenangriffs ums Leben kamen. Hanna war eine der Aufseherinnen, die die Frauen nicht aus der Kirche befreit haben.

 

Im Verlauf des Prozesses wird sie zur Hauptschuldigen. Eines Tages wird Michael klar, dass Hanna Analphabetin ist. Er überlegt, dies dem Vorsitzenden Richter mitzuteilen, entscheidet sich aber dagegen. Hanna wird schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt.
Im letzten Teil des Romans beendet Michael sein Studium und arbeitet als Rechtshistoriker. Er heiratet Gertrud, und sie bekommen die gemeinsame Tochter Julia. Nach kurzer Ehe lassen sich beide wieder scheiden.
Michael fängt an, Kassetten für Hanna aufzunehmen, auf denen er ihr vorliest. Er schickt sie zu ihr ins Gefängnis. Nach vier Jahren erhält er eine erste Nachricht von ihr. Michael selbst schreibt Hanna nie.
Nach 18 Jahren Haft soll Hanna entlassen werden. In einem Brief bittet die Gefängnisleiterin Michael darum, für Hanna eine Wohnung und Arbeit zu suchen und sie im Gefängnis zu besuchen. Michael kommt den Bitten nach.
Während der Wochen vor Hannas Haftentlassung trifft Michael die letzten Vorbereitungen. Einen Tag vor ihrer Entlassung telefonieren beide kurz miteinander. Am nächsten Tag ist Hanna tot. Sie hat in ihrer Zelle Selbstmord begangen.

 

Die Gefängnisleiterin zeigt Michael Hannas Zelle. Diese hat mithilfe seiner Kassetten das Lesen und Schreiben erlernt. In einem letzten Brief hat Hanna Michael gebeten, ihr erspartes Geld einer Überlebenden der Frauen aus der brennenden Kirche zu übergeben. Michael kommt der Bitte nach. Auf Anregung der Überlebenden spendet er Hannas Geld.

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Autor

Bernhard Schlink

Bernhard Schlink wurde am 6. Juli 1944 in der Nähe von Bielefeld geboren. Er...

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