Der Schimmelreiter

In der Novelle „Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm geht es um Hauke Haien, dessen großer Traum es ist, Deichgraf zu werden.

Theodor Storms Novelle beginnt mit einer Erinnerung, in der ein Ich-Erzähler von einer Geschichte berichtet, die er als Kind in einer Zeitschrift gelesen hat. In der Geschichte geht es um einen Reisenden, der nachts während eines starken Unwetters auf dem Deich entlang reitet und dort eine unheimliche Begegnung mit einem dürren Schimmel und einem Reiter hat. Als der Reisende in einem Gasthaus von der Sage des Schimmelreiters hört, fragt er, was es damit auf sich hat, und so beginnt der Schulmeister, die Geschichte von Hauke Haien zu erzählen, die den Kern der Novelle bildet.

Hauke Haien stammt aus einfachen Verhältnissen. Er wächst bei seinem Vater Tede Haien, einem einfachen Bauern, auf. Jedoch interessiert er sich mehr für das Rechnen und die Geometrie als für die Arbeit auf dem Hof seines Vaters. Hauke ist ein sehr ehrgeiziger und kluger Junge. Schon früh erkennt er, dass die Deiche, die das Dorf schützen sollen, nicht gut genug sind, und beschließt, später einmal Deichgraf werden zu wollen, um einen neuen, besseren Deich zu bauen. Durch seinen Ehrgeiz und dank seiner Frau Elke, der Tochter des Deichgrafen Tede Volkerts, wird Hauke nach dessen Tod zum neuen Deichgrafen. Hauke schafft es, seinen Plan von dem neuen Deich durchzusetzen, und die Bauarbeiten beginnen. Allerdings wird er auch von vielen kritisiert, da er den Bauern viel Arbeit abverlangt. Hinzu kommt, dass Hauke einen weißen Schimmel kauft, den die Dorfbewohner für ein auferstandenes Gerippe halten. Nach und nach wächst somit das Misstrauen der Dorfbevölkerung.

Elke und Hauke bekommen eine Tochter namens Wienke, die sich einige Jahre später als schwachsinnig erweist und von Trien‘ Jans, einer alten abergläubischen Frau, betreut wird. Im Frühjahr entdeckt Hauke, dass die Stelle zwischen dem alten und dem neuen Deich unterhöhlt ist. Eine Sturmflut würde den alten Deich somit brechen lassen und den Koog überschwemmen. Hauke fühlt sich kraftlos und lässt auf Rat seines Widersachers Ole Peters lediglich kleine Befestigungsarbeiten durchführen.

In der Nacht vom 1. November 1756 tritt eine Sturmflut ein. Wie befürchtet, bricht der alte Deich. Hauke wird klar, dass er die Reparatur des alten Deiches doch hätte durchführen lassen sollen: „Ich habe meines Amtes schlecht gewartet“ (S.97). Das Wasser überschwemmt den alten Koog und das gesamte Dorf. Haukes Familie kommt in der Sturmflut um, woraufhin hin dieser Selbstmord begeht und sich mitsamt seinem Schimmel in die Fluten stürzt.

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