Das Fräulein von Scuderi

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Lektürehilfe zu Das Fräulein von Scuderi


Die 1819 erschienene Erzählung „Das Fräulein von Scuderi“ ist eine Kriminalnovelle von       E. T. A. Hoffmann. Die Handlung basiert teilweise auf realen Ereignissen, und die Figuren sind teilweise von echten historischen Persönlichkeiten inspiriert.

 

Im Paris des ausgehenden 17. Jahrhunderts sind die Straßen unsicher: Giftmörder und Juwelendiebe treiben ihr Unwesen. Die Chambre ardente, ein speziell eingerichteter Gerichtshof, und die Marechaussée, eine berittene Polizeitruppe, kämpfen mit allen Mitteln gegen die Mörderbanden. Ein besonders talentierter Polizist, Leutnant Desgrais, kann den Giftmorden ein Ende bereiten, indem er die Drahtzieher inhaftiert. Doch gegen die mysteriöse Räuberbande, die hinter den Juwelengeschenken reicher Liebhaber her ist, scheint auch er machtlos zu sein.

 

Mehr und mehr Männer fallen den Raubüberfällen zum Opfer und sterben am Dolchstich durchs Herz. König Ludwig XIV bittet die Dichterin Madeleine von Scuderi, eine besonders gutherzige alte Dame, deren Gönner der König selbst ist, um Rat. Das Fräulein hält nicht viel von einer Verschärfung der Maßnahmen gegen die Verbrecher.

 

Eines Nachts wird der Dichterin durch einen fremden, bedrohlich wirkenden Jüngling ein Kästchen mit kostbarem Juwelenschmuck zugestellt. Im Kästchen findet sie auch ein Dankesschreiben: Sie habe die Räuberbande gerettet und möge den Schmuck als Anerkennung annehmen.

 

Entrüstet und beschämt begibt sich die ehrenhafte Dame zum König, wo dessen Mätresse, die Marquise de Maintenon, den Schmuck als Werk des seltsamen Goldschmieds Cardillac identifiziert. Als dieser befragt wird, drückt er seine Freude darüber aus, den Schmuck bei dem von ihm zutiefst verehrten Fräulein von Scuderi wiederzufinden, und bittet sie, ihn zu behalten.

 

Das Geheimnis Cardillacs ist, dass er selbst der Juwelenräuber ist. Als Künstler, der mit nahezu krankhaftem Perfektionismus an seinen Werken hängt, kann er es nicht aushalten, die von ihm angefertigten Juwelen aus der Hand zu geben. Wer bei ihm eine Bestellung abholt, befindet sich in Lebensgefahr. Doch das weiß nur Olivier Brusson, Cardillacs Lehrling.

 

Olivier kennt Madeleine von Scuderi aus seiner Kindheit, denn seine Mutter war des Fräuleins Pflegetochter. Seit 23 Jahren hat er sie nicht gesehen, doch nun, da Cardillac ihn zur Scuderi schickt, um ihr das Schmuckgeschenk zu überreichen, sieht er das Leben der von ihm verehrten Dame in Gefahr. Er will sie warnen und mit ihr eine Lösung finden. Doch es ist zu spät: Auf einem seiner Raubzüge versucht Cardillac, einen Offizier zu überfallen, wird dabei aber selbst vom Opfer getötet.

 

Nun steht Olivier fälschlicherweise unter Verdacht, seinen Meister ermordet zu haben, und wird zusätzlich als Anführer der angeblichen Mörderbande angeklagt. Madelon, die Tochter Cardillacs und die Geliebte Oliviers, ist verzweifelt. Die Scuderi nimmt sich ihrer an und glaubt dem jungen Mädchen, dass Olivier unschuldig sei. Um Olivier vor dem Feuertode auf dem Greveplatz zu retten, muss das Fräulein aber zunächst einige Nachforschungen betreiben und vor allem den grausamen und gnadenlosen Präsidenten der Chambre ardente, la Regnie, überzeugen.

 

„Das Fräulein von Scuderi“ ist eine sehr spannende, dicht erzählte und ereignisreiche Kriminalgeschichte. Der Leser bekommt einen interessanten Einblick in die Dunkelheit der Psyche eines Stimmen hörenden Künstlers. Außerdem kann man sich an E. T. A. Hoffmanns dunkelromantischer Sprache erfreuen. Aber die Erzählung bringt auch eine wichtige Botschaft mit sich: Gefühle und ein fester Glaube an die Menschlichkeit sollten nicht unterschätzt werden – Sie können bei der juristischen Wahrheitsfindung weit wertvoller sein als blinde und brutale Ausnutzung von Autorität und Macht.

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Autor

E.T.A. Hoffmann

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann war ein deutscher Dichter der Romantik. Er wur...

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