Damals war es Friedrich

Im Haus von Herrn Resch wohnen zwei Familien: Die Familie des Icherzählers und die Schneiders mit ihrem Sohn Friedrich. Die im Jahr 1925 geborenen Jungen werden Spielkameraden und auch zwischen ihren Familien entwickelt sich eine Freundschaft. Dass die Schneiders jüdischen Glaubens sind, ist eine Nebensächlichkeit.

 

Doch ab 1933 nehmen die öffentlichen Angriffe auf die Juden zu. Herr Schneider verliert trotz seines Beamtenstatus seine Arbeit, findet aber zunächst noch eine Stellung in einem jüdischen Kaufhaus. Der Wohnungskündigung durch ihren antisemitischen Vermieter Resch entgehen die Schneiders nur knapp.

 

Obwohl der Icherzähler und seine Familie das NS-Gedankengut nicht teilen, gliedern sie sich in die neue Ordnung ein. Der Erzähler wird Mitglied beim ‚Deutschen Jungvolk‘ und sein arbeitsloser Vater tritt in die NSDAP ein – in der Hoffnung, dass ihm die Parteimitgliedschaft endlich zu einer Anstellung verhelfen wird.

 

Was er auf den Parteiabenden erfährt, beunruhigt ihn aber zutiefst und er legt Herrn Schneider nahe, Deutschland zu verlassen. Herr Schneider vertraut jedoch auf die Menschlichkeit eines zivilisierten, modernen Staates, in dem die Juden zwar benachteiligt werden, aber nicht um ihr Leben fürchten müssen.

 

Friedrich muss derweil auf eine jüdische Schule wechseln und erlebt immer öfter Ungerechtigkeiten und Erniedrigungen aufgrund seiner jüdischen Abstammung. Der Erzähler bleibt ein guter Freund, doch selbst er gerät bei einem Pogrom im Jahr 1938 in einen Zerstörungsrausch und macht mit, als ein  jüdisches Lehrlingsheim zertrümmert wird. Am selben Tag wird auch die Wohnung der Schneiders gestürmt und die Einrichtung zerschlagen. Frau Schneider stirbt an den Folgen des Überfalls.

 

Ab jetzt leben Friedrich, sein Vater und ein Rabbi, den sie versteckt halten, zurückgezogen und in ständiger Angst. Herr Schneider und der Rabbi werden 1941 schließlich von der Polizei abgeholt. Friedrich entgeht der Verhaftung und taucht unter.

 

An einem Tag des Jahres 1942 kümmert sich die Familie des Erzählers gerade um den schmutzigen, hungrigen Friedrich, als Fliegeralarm gegeben wird. Friedrich soll den bevorstehenden Luftangriff in der Wohnung abwarten, doch die Bombeneinschläge ängstigen ihn so sehr, dass er dennoch zum Luftschutzkeller läuft, an dessen Eingang Herr Resch als Luftschutzwart ihm den Zutritt verweigert. Friedrich geht in die Bombennacht hinaus und kommt ums Leben.

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