Chandos-Brief

„Ein Brief“ von Hugo von Hofmannsthal ist ein Werk, das 1902 veröffentlicht wurde und der literarischen Strömung der Moderne zugeordnet wird. Der Text wird auch als „Chandos-Brief“ oder „Brief des Lord Chandos“ bezeichnet. Der fiktive Verfasser des Briefs, Philipp Lord Chandos, berichtet in diesem Schreiben seinem Mentor, dem englischen Philosophen, Staatsmann und Wissenschaftler Francis Bacon, von dem Problem, dass es ihm nicht mehr gelingt, die Sprache als Mittel des Ausdrucks für sich zu nutzen.

 

Der Erzähler verändert sich und erfährt die Welt ganz neu. Die Zweifel am sprachlichen Ausdruck führen so weit, dass sich der Verfasser immer weiter von den Menschen entfernt, die ihn umgeben und seine Aufmerksamkeit eher den Dingen und Erlebnissen zuwendet, die ohne Sprache auskommen. Dies können Erlebnisse, Tiere und auch Gegenstände sein. Damit endet aber auch gleichzeitig seine schriftstellerische Laufbahn, denn die Sprache wird nun von ihm als unzulänglich betrachtet.

 

Die frühen Erfolge des Verfassers, über die er berichtet, sind nun für ihn hinfällig, denn aus seiner jetzigen Sicht heraus erscheinen sie ihm als ungerechtfertigt und unbedeutend. Es ist der letzte Brief, den er an seinen Freund schreibt und in dem er versucht, ein letztes Mal mit Sprache seine Erlebnisse und Probleme einem Menschen anzuvertrauen. Der Brief endet daher mit einem Abschied von seinem Freund Bacon.

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