Bahnwärter Thiel

Die Novelle „ Bahnwärter Thiel” handelt von einem Bahnarbeiter, der eine Psychose entwickelt und zum Mörder wird. Er lebt in der Kolonie Schön-Schornstein in der Nähe von Erkner. Sein Arbeitsplatz ist ein Wärterhäuschen im nahegelegenen Kiefernforst.

 

Thiel verliert seine Frau Minna kurz nach der Geburt ihres Sohnes Tobias. Mit Minna verbindet den Bahnwärter eine innige, geistige Liebe. Thiel führt diese Verbindung auch nach ihrem Tode fort, indem er bei seinen Diensten im einsamen Wärterhäuschen ihrer immer gedenkt. Er führt private Zeremonien für sie durch und steigert sich dabei manchmal derartig in eine Trance hinein, dass er die Verstorbene vor sich zu sehen glaubt.

 

Um Tobias zu versorgen, heiratet Thiel die streitsüchtige und grobschlächtige Kuhmagd Lene. Er bekommt mit ihr noch ein Kind. Thiel empfindet Lene gegenüber einen starken sexuellen Trieb und fühlt sich ihr daher machtlos ausgeliefert. Er sieht sich außerstande, dann einzugreifen, wenn Lene seinen geliebten Tobias misshandelt, obwohl dies für ihn kaum zu ertragen ist. Thiel leidet unter diesem Zustand. Während seiner einsamen Nachtdienste durchlebt er Wahnvorstellungen und erleidet Angstanfälle.

 

Thiel bekommt einen Acker geschenkt, der neben dem Wärterhäuschen liegt. Lene begleitet ihn eines Tages mit den Kindern zum Dienst, um das Land zu bestellen. Thiel warnt Lene davor, Tobias zu nahe an die Gleise heranzulassen. Doch genau das geschieht und Tobias gerät unter einen Zug. Er wird schwer verletzt und in Begleitung von Lene nach Friedrichshagen gebracht, um dort von einem Arzt behandelt zu werden.

 

Thiel glaubt, dass Tobias sterben wird. Er fleht zum Himmel, Minna möge ihm Tobias zurückgeben. Er verspricht ihr, dafür Lene totzuschlagen. Als er das Baby, das Lene auf dem Acker zurückgelassen hat, schreien hört, geht er hin und erwürgt es in seinem Wahn beinahe.

 

Nachts kommt Lene schließlich zurück. Tobias ist gestorben. Seine Leiche wird im Wärterhäuschen abgelegt. Thiel erleidet einen Zusammenbruch und muss auf der Trage von einigen Männern nach Hause transportiert werden. Lene und das Baby begleiten ihn.

 

Die Männer kehren zum Wärterhäuschen zurück, um Tobias‘ Leiche zu holen. Als sie wieder am Haus des Bahnwärters ankommen, finden sie Lene tot mit zertrümmertem Kopf vor und das Baby ebenfalls tot mit durchschnittener Kehle. Thiel wird am nächsten Tag an der Unfallstelle aufgefunden und gleich in die psychiatrische Abteilung der Charité Berlin eingewiesen.

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