Wolfgang Herrndorf

Wolfgang Herrndorf (geboren am 12. Juni 1965 in Hamburg) war ein deutscher Schriftsteller, Maler und Illustrator.

 

Nach eigener Aussage wuchs er in einem sehr kleinbürgerlichen Haushalt auf und hatte bis zu seiner Volljährigkeit überhaupt keinen Kontakt mit Kultur im nennenswerten Sinne. Erst später begann er, sich beispielsweise mit Hochliteratur und Museen auseinanderzusetzen.

 

In Nürnberg studierte er an der Akademie der Bildenden Künste Malerei und gelangte so zu seinen ersten Arbeiten als Illustrator und Autor für unterschiedliche Zeitschriften und Medien, unter Anderem für das renommierte deutsche Satiremagazin Titanic. Über diese Arbeiten für Verlage gelang ihm, der bis dahin bloß  Hobby-Schriftsteller gewesen war, die Veröffentlichung seines Debütromans In Plüschgewittern (2002).

 

Dieser wurde als ungewöhnlicher Adoleszenzroman mit 30-jährigem Protagonisten der Popliteratur zugerechnet. Den Durchbruch jedoch erzielte Herrndorf 2010 mit der Veröffentlichung von Tschick, ebenfalls einem Bildungsroman, der sich über ein Jahr lang in den deutschen Bestsellerlisten halten konnte.

 

Für seinen 2011 erschienen Roman Sand erhielt er 2012 den Preis der Leipziger Buchmesse. In diesem Werk vermischen sich Kriminal-, Gesellschafts- und historischer Roman auf unkonventionelle Weise. Generell schreckte Herrndorf vor experimentellem Erzählen nicht zurück: Seine Prosa ist stark durch unzuverlässige Erzähler in der Tradition Vladimir Nabokovs gekennzeichnet.

 

Auch der neuen Medien bediente er sich ausgiebig: Herrndorf schrieb regelmäßig für Internetforen und Blogs und begann sogar, nachdem bei ihm im Jahr 2010 ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert worden war, ein digitales Tagebuch mit dem Titel Arbeit und Struktur zu führen, in dem er den Einfluss der Krankheit auf seine Arbeit dokumentierte. Auf seinen Wunsch hin erschien dieses nach seinem Tod 2013 in Buchform.

 

Wolfgang Herrndorf starb am 26. August 2013 in Berlin durch Suizid.