Jurek Becker

Der deutsche Schriftsteller Jurek Becker wurde vermutlich am 30. September 1937 in Łódź (Polen) als Sohn des Prokuristen einer Textilfabrik Mieczyslaw Bekker und der Näherin Anette Bekker unter dem Namen Jerzy Bekker geboren.

1939 kam er gemeinsam mit seinen Eltern in das Getto von Łódź. Hier wurde Becker von seinen Eltern getrennt. 1944 wurde er mit seiner Mutter in das KZ Ravensbrück gebracht. Anette Bekker starb jedoch kurz nach der Befreiung an Unterernährung. Mieczyslaw Bekker, der nach Ausschwitz deponiert worden war, fand seinen Sohn nach Kriegsende mithilfe einer jüdisch-amerikanischen Suchorganisation wieder.

Im Jahr 1945 siedelten Vater und Sohn nach Ostberlin über. Mieczyslaw Bekker gab sich selbst den Namen „Max Becker“ und seinem Sohn den Namen „Georg Becker“. Er hoffte, dass dies ihnen die Möglichkeit gäbe, als staatenlose polnische Juden nicht aufzufallen.

Jurek Becker machte 1955 sein Abitur. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits Mitglied der Freien Deutschen Jugend (FDJ) und nach der Hochschulreife meldete er sich freiwillig zu zwei Jahren Dienst bei der Kasernierten Volkspolizei.

Von 1957 bis 1960 studierte Jurek Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin. Er entschied sich dann als freier Schriftsteller zu arbeiten und belegte auch einen Halbjahreskurs für angehende Autoren an der Staatlichen Film- und Fernsehhochschule in Babelsberg.

Ab 1962 verfasste er seine ersten Romane und Drehbücher. „Jakob der Lügner“ (1969) war sowohl Beckers Romandebüt und sein größter Erfolg. Der Roman wurde verfilmt und bekam sogar eine Oscarnominierung. In den folgenden Jahren erschien unter anderem sein Roman „Irreführung der Behörden“ (1973) und „Schlaflose Tage“ (1978). Neben seiner Arbeit als freier Schriftsteller hielt Jurek auch Vorträge als Gastprofessor an Universitäten.

Jureks Vater starb am 1972. Jurek Becker selbst starb am 14. März 1997 an Darmkrebs.