Heinrich von Kleist

Der deutsche Schriftsteller Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist wurde im Oktober 1777 in Frankfurt an der Oder geboren. Er war der Sohn des Major Joachim Friedrich von Kleist und seiner Frau Juliane Ulrike von Kleist.

Nach wenigen Schuljahren beschloss Kleist im Alter von 15 Jahren dem Potsdamer Garderegiment beizutreten. Zu diesem Zeitpunkt war sein Vater bereits tot und auch seine Mutter starb nur ein Jahr später.

1799 verließ Kleist das Militär wieder und begann in Frankfurt an der Oder unter anderem  Mathematik und Physik zu studieren. Außerdem besuchte er einige Vorlesungen über Philosophie und Kulturgeschichte. Bereits im Jahr 1800 brach er das Studium jedoch wieder ab. Im selben Jahr ging er eine Verlobung mit der Generalstochter Wilhelmine von Zenge ein und strebte einen Eintritt in den Staatsdienst an. Dieser Lebensabschnitt Kleists war zugleich von der sogenannten „Kantkrise“ geprägt. Diese Krise wurde von Kants Zweifel an der menschlichen Erfassung der Wirklichkeit verursacht.

Kleist reiste viel durch Europa. 1802 lebte er für kurze Zeit in der Schweiz. Etwa zu dieser Zeit versuchte er sich zum ersten Mal als Schriftsteller und löste des Weiteren die Verlobung mit Wilhelmine.

Im November 1803 verweilte Kleist aufgrund von gesundheitlichen Problemen zunächst eine Zeit in Dresden, doch bereits ein Jahr später bekam er eine Anstellung als preußischer Staatsbeamter.  1807 wurde Kleist von den französischen Behörden der Spionage verdächtigt und  verhaftet.  Kleist wurde im selben Jahr wieder frei gelassen.

1808 gab Kleist die Zeitschrift „Phöbus“ heraus. In dieser erschien auch erstmals seine berühmte Novelle „Die Marquise von O…“. Ab Februar 1810 hielt Kleist sich viel in Berlin auf. Hier arbeitete er als Herausgeber der erste Berliner Tageszeitung und veröffentlichte auch weitere Novellen wie zum Beispiel die Novelle „Michael Kohlhaas“. Die Herausgabe seiner Tageszeitung wurde aufgrund der Zensurbestimmungen eingestellt.

Am 21.11.1811 begeht Kleist gemeinsam mit Henriette Vogel Suizid.