Günter Grass

Der deutsche Schriftsteller Günter Grass wurde am 16.10.1927 in Danzig-Langfuhr geboren. Mit 17 Jahren wurde er zur SS-Panzerdivision „Frundsberg“ einberufen. 1945 geriet er in amerikanische Gefangenschaft und kam ein Jahr später wieder frei. Erst 2006 wurde im Zusammenhang mit seinem autobiografischen Werk „Beim Häuten der Zwiebel“ offenkundig, dass Grass Mitglied der SS war.

Nach dem Krieg studierte er von 1948 bis 1952 Grafik und Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Später setzte er das Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin bis 1956 fort. Nach dem Studium lebte Grass eine Zeit lang in Paris. Noch während seines Studiums in Berlin heiratete er die Balletttänzerin Anna Margareta Schwarz. Sie bekamen vier gemeinsame Kinder, bevor die Ehe im Jahr 1972 in die Brüche ging. Insgesamt hat Grass sechs leibliche Kinder. 1979 heiratete er die Organistin Ute Grunert.

1956 erschien Günter Grass‘ erster Gedichtband. Außerdem schrieb er Theaterstücke und stellte auch seine Kunst in Berlin und Stuttgart aus. 1958 präsentierte er den Mitgliedern der Gruppe 47 sein in Paris entstandenes Manuskript zu „Die Blechtrommel“. Der Roman ist noch heute weltberühmt. Auch in den folgenden Jahren schrieb und publizierte Grass.

Seinen Ruhm nutzte er, um 1961 Willy Brandt bei seinem Wahlkampf zu unterstützen. Auch in den folgenden Jahren äußerte und kommentierte der Schriftsteller und Maler das politische Geschehen und zeigte sein Engagement. Er trat jedoch 1993 wieder aus der SPD aus.

1999 wurde Günter Grass der Literaturnobelpreis für sein Lebenswerk verliehen und 2005 bekam er den Ehrendoktortitel der FU Berlin.

Grass ist noch immer als Schriftsteller aktiv. In den letzten Jahren erschien beispielsweise seine Novelle „Im Krebsgang“ (2002) und der Gedichtband „Letzte Tänze“ (2007).