Gotthold Ephraim Lessing

Gotthold Ephraim Lessing (geboren am 22. Januar 1729 in Kamenz) war ein früher Dichter der Aufklärung und wichtiger Wegbereiter für die folgende Entwicklung des deutschen Theaters. Viele seiner Dramen können als Prototypen für die Werke späterer Dichter wie Friedrich Schiller angesehen werden (z.B. Miss Sara Sampson, 1755; Emilia Galotti, 1772; Nathan der Weise, 1779).

 

Lessing war das dritte von neun Kindern des Archidiakons Johann Gottfried Lessing und seiner Frau Justina Salome. Ab 1746 studierte er zunächst Theologie, dann Medizin in Leipzig und Wittenberg und promovierte 1752 als Magister der Sieben Freien Künste.

 

Bereits in diesen Jahren traf Lessing mit anderen bedeutenden Literaten seiner Zeit zusammen, die ihn maßgeblich beeinflussten, unter Anderem 1750 mit Voltaire, einem der wichtigsten Wegbereiter der Französischen Revolution. Sowohl sein literarisches als auch sein theoretisch-kritisches Wirken waren stets von den Gedanken der Toleranz und der Freiheit geleitet und zeichneten sich zum Teil durch ironischen Witz und treffsichere Polemik aus.

 

Literaturtheoretisch bezog er vor allem Stellung gegen die herrschende Meinung seines einige Jahre älteren Kollegen Johann Christoph Gottsched. Er zog die Rezeption des bis dahin in Deutschland kaum beachteten William Shakespeare der bloßen Nachahmung französischer Vorbilder vor. Entsprechend befürwortete Lessing eine Rückbesinnung auf die klassische Poetik des Aristoteles. Er markierte den tragischen Affekt des Mitleids als zentralen Punkt seines eigenen Schaffens.

 

In Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Theatergruppen entstanden so beispielsweise die Dramen Miss Sara Sampson, das als erstes Bürgerliches Trauerspiel in deutscher Sprache überhaupt gelten kann, und Nathan der Weise, in dem Lessing ein starkes Plädoyer für das friedliche Zusammenleben der drei großen Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam abliefert.

 

Gotthold Ephraim Lessing starb am 15. Februar 1781 in Braunschweig an Brustwassersucht.